Das sagen die Parteien: Wie Studierende finanziell unterstützen?

Viele Studierende müssen zwangsläufig neben dem Studium arbeiten, um sich den Lebensunterhalt finanzieren zu können. Wie die Parteien und Listen, die am 21. Oktober bei den Landtagswahlen antreten, das Stipendiensystem (um)gestalten wollen, damit noch mehr Studierende noch mehr Unterstützung bekommen, lest ihr hier.

Team Köllensperger:

Stipendien sollten als eine Investition in die Zukunft Südtirols und nicht als Kosten gesehen werden. Der Südtiroler Haushalt ist so gut ausgestattet, dass es wir uns Leisten können, dass unsere Jugend sich vollzeitlich der Ausbildung widmen kann. Eine gute Ausbildung kommt dem ganzen Land zugute. Nichtsdestotrotz, geht es uns nicht unbedingt darum den Topf zu vergrößern, sondern ihn gerecht zu verteilen. Voraussetzungen dafür sind bessere Steuergerechtigkeit und Kontrollen damit Gelder treffsicherer ausgegeben werden. Zudem plädieren wir für mehr Unterstützung in Form von Dienstleistungen (Heimplätze, Mensaermäßigungen, Konventionen mit Privaten usw.). Die Auswirkungen der eingesetzten Mittel sollten gesamtvolkswirtschaftlich analysiert werden um punktuelle Verbesserungen durchzuführen.

Süd-Tiroler Freiheit:

Die Studienzeit ist sicherlich keine Zeit, in der Studenten und deren Familien Geld im Überfluss haben. Neben möglichen Studiengebühren, wie es etwa in Italien der Fall ist, müssen auch noch Lernunterlagen, die Unterkunft und Lebenserhaltungskosten finanziert werden. Vielen Familien ist es neben den eigenen Ausgaben somit nicht möglich, noch voll für die ihres studierenden Kindes aufzukommen. Deshalb müssen Studenten immer öfters neben einem anstrengenden Studium in ihrer Freizeit noch einer Arbeit nachgehen, weshalb der Abschluss an der Universität manchmal weiter in die Ferne rückt als gewollt. Folglich ist ein gut funktionierendes Stipendiensystem von großer Bedeutung, um Studenten in diesen Jahren zu unterstützen, sodass sie sich voll auf ihr Studium konzentrieren können. Zurzeit ist es jedoch so, dass einer Familie des Mittelstandes mit Eigenheim nur eine geringe Summe zugesprochen wird und der Großteil der Studien-Spesen trotzdem noch aus eigener Kasse bezahlt werden muss. Dadurch, dass die Lebenserhaltungskosten nicht im Sinken sind, wird es für einen Studenten beinahe unumgänglich, sich mit einem Nebenjob über Wasser zu halten. Deshalb muss das Stipendiensystem in zweierlei Hinsicht verbessert werden: Zum einen sollte das für die Stipendien zur Verfügung stehende Geld erhöht werden, denn in den vergangenen Jahren hat sich die Tendenz entwickelt, dass immer mehr Oberschulabgänger ein Studium an einer Universität beginnen. Wenn es somit immer mehr Stipendienberechtigte gibt, muss auch der „Stipendientopf“ erhöht werden, denn wenn eine Komponente steigt, sollte dies auch bei der anderen der Fall sein.

Zum anderen sollte die Skalierung innerhalb der Stipendienvergabe den derzeitigen Umständen angepasst werden und nicht diejenigen bestraft werden, die sich Geld zur Seite legen. Diesbezüglich soll auch die Schwelle des steuerfreien Einkommens der Studenten erhöht werden, damit sich eine geleistete Sommerarbeit nicht zu ihrem Nachteil auswirkt.

Die Freiheitlichen:

Nicht-EU-Bürger von der Förderung ausschließen und die Einkommensschwellen der Förderwürdigen erhöhen, damit auch die Kinder des (unteren) Mittelstands eine Studienbeihilfe bekommen.

 

 

BürgerUnion:

 Unsere Partei setzt sich seit Jahren dafür ein, dass Studierende sich während ihres Studiums auf das Wesentliche konzentrieren können: das Studieren. Diese Problematik hat aber einen weitaus größeren Ursprung als es erscheinen mag. Der Ursprung liegt bei den großen Lebenserhaltungskosten, die aktuell in Südtirol einfach enorm sind. Studenten müssen sich während des Studiums auf ihr Studium konzentrieren können. Das Stipendiensystem muss insofern umgestaltet werden, dass das Grundeinkommen, welches als Grundlage für eine Stipendiums Berechnung dient, aus der Realsituation des Studierenden berechnet wird.

Südtiroler Volkspartei:

Unser aktuelles Stipendiensystem ist so ausgerichtet, damit es im Sinne der Chancengerechtigkeit einem/r jeden Südtiroler/in die Möglichkeit eröffnet, ein Hochschulstudium zu absolvieren. Viele Studierende verdienen nebenbei etwas. Durch diese Eigeninitiative sollen sie nicht im System der Beihilfen bestraft werden. Es gilt deshalb zu überlegen, den Status der Part-time-Studierenden, der an einigen Universitäten bereits vorgesehen ist, auch im Stipendiensystem anzuwenden. Es würde bedeuten, dass für diese Studierenden weniger Studienerfolg und eine längere Studiendauer vorgesehen werden könnte.

Die Grünen:

Bildungschancen im Hochschulbereich sind grundlegend für den Aufbau von sozialer Aufstiegsmobilität, soziale Gerechtigkeit und die Förderung von Begabungen. Die Zuteilung von Studienstipendien ist eine wesentliche Säule sozialer Gerechtigkeit und damit gesellschaftlich von zentraler Bedeutung. Grundsätzlich ist das Stipendienwesen in Südtirol auf einem guten Standard: Wenn von rund 3800 Studierenden, die jährlich etwa an der Universität Innsbruck eingeschrieben sind, jeweils über 1000 ein Studienstipendium beziehen, so sind damit rund ein Viertel der Studenten begünstigt. Es wird aber stete Differenzierung und Justierung notwendig sein. Bei der Vergabe von Stipendien sind Studierende aus Arbeitnehmerfamilien mit geringer Steuerabsetzfähigkeit gegenüber ihren Kollegen aus Unternehmerfamilien mit größeren Spielräumen der Steuerabzugsfähigkeit und Vermögensbewertung nicht zu benachteiligen. Hier ist die zuständige Landesabteilung mit der sh.asus zwar in ständigem Austausch, hier muss aber stets auf die aktuelle Entwicklungen reagiert werden. Die Freibeträge für Studierende, die neben ihrem Studium arbeiten, sollten entsprechend angepasst werden, um bei geringer Überschreitung von Einkommensgrenzen nicht plötzlich „durch den Rost“ zu fallen; Angesichts des teuren Wohnungsmarkts etwa in Städten wie Innsbruck (so im Vergleich zu Wien, Graz oder TN) ließen sich die Stipendien an einen Index koppeln, der die unterschiedlichen Miet- und Lebenshaltungskosten vor Ort berücksichtigt. Darum ist eine Senkung der Lebenserhaltungskosten hier in Südtirol von zentraler Bedeutung. Leistungs- und Begabtenförderung ist wichtig, sie sollte aber maßvoll eingesetzt werden, um die Unterstützung von Exzellenz gegenüber sozialer Breitenförderung nicht zu benachteiligen.

 

Die Antworten der Parteien und Listen wurden der Südtiroler HochschülerInnenschaft via E-Mail Ende September übermittelt und in dieser Weise, ohne Kürzungen und Korrekturen, hier veröffentlicht.  Die Inhalte entsprechen den Ansichten der Parteien und Listen und wurden von diesen nach Anfrage der sh.asus ausgearbeitet. Die Anordnung der Antworten entspricht der Reihenfolge der Parteien auf offiziellen Kundmachung (http://wahlen.provinz.bz.it/downloads/OffiziellesKadidatenplakat2018.pdf). Ziel des Beitrages ist es, Studierende über die Ansichten der wahlwerbenden Parteien und Listen zu studentischen Themen zu informieren. 

 

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