Das sagen die Parteien: Wie das Wohnproblem für Studierende lösen

Was die Parteien und Listen, die am 21. Oktober bei den Landtagswahlen antreten, im Südtiroler Landtag unternehmen wollen, um die studentische Wohnproblematik in Bozen, Brixen und Bruneck in den Griff zu bekommen, lest ihr hier.

Team Köllensperger:

Paul Köllensperger hat dieses Thema bereits in der letzten Legislatur aufgegriffen, die ersten zwei Punkte kommen von seiner Landtagsarbeit:

1) In Südtirol besteht ein erheblicher Bedarf an erschwinglichen Wohnungen. Paradoxerweise gibt es in unserem Land eine hohe Anzahl an Wohnungen, die absichtlich aus den verschiedensten Gründen nicht vermietet werden (allein in Bozen sind es angeblich ca. 4.000). Um dieser Situation entgegenzuwirken, könnten die Gemeinden für unvermietete Wohnungen höhere GIS-Steuersätze anwenden, gestaffelt je nach Anzahl der Jahre, in denen die Wohnung leer steht. Wir haben bereits 2017 den Vorschlag gemacht dass das WOBI seit längerem leerstehende Wohnungen anmietet und zu günstigen Tarifen den Mietmarkt zuführt. (http://www2.landtag-bz.org/documenti_pdf/idap_508525.pdf)

2) Beim WOBI besteht auch laut Landesgesetz Nr. 13/1998, Art. 101, Absatz 6 die Möglichkeit, an Studierende Zimmer unterzuvermieten. Nun hat auf Anfrage von Paul Köllensperger der zuständige Landesrat mitgeteilt, dass dieses Angebot überhaupt nicht genutzt wird: hier gilt ein neues Projekt zwischen WOBI und UniBZ aufzubauen.

3) Zudem braucht es aber auch mehr Heimplätze für Studierende und die Rangordnung für den Heimplatz soll nicht nach der Zeit des Gesuches, sondern nach der Entfernung vom Heimatort und Einkommen erstellt werden.

4) Man sollte auch Aufklärung über die Vorteile der Vermietung an Studenten betreiben: kürzere Vertragsdauer (gegen das Vorurteil “Mieter nicht mehr hinaus zubringen”), größere Mobilität der Studenten (Studierende wechseln Stadt), geringere Komfort-Ansprüche, Kostensplitting bei Wohngemeinschaften (wer könnte sonst 400€ pro Zimmer zahlen?).

Süd-Tiroler Freiheit:

 In den vergangenen Monaten hat sie immer wieder von sich reden lassen: Die Rede ist von der Anzahl an Wohnmöglichkeiten für Studenten in Bozen, Brixen und Meran. Aber nicht, weil alle Studenten auf Anhieb eine Unterkunft finden, sondern weil die studentische Wohnsituation alles andere als rosig ist. Für die Summe an Studenten in den genannten Städten, gibt es nämlich viel zu wenige Unterkünfte, was natürlich gravierende Folgen für die hiesigen Universitäten und Hochschulen haben wird. Denn wenn sich erst herumspricht, dass es äußerst schwierig ist, eine Unterkunft zu finden, dann werden früher oder später auch die Studenten fortbleiben, die sich eine andere Studentenstadt aussuchen werden, in der sie leichter eine Wohnung oder einen Heimplatz finden. Deshalb fordert die Süd-Tiroler Freiheit, dass auf jeden Fall mehr in den Aufbau von Studentenheimen investiert werden muss. Heime bieten Platz für einen Großteil an Studenten, wo diese auch in ständigem Kontakt zueinander sein können. Eine Möglichkeit, einen Bau von Heimen anzukurbeln, ist, dass bei der Festsetzung einer genau definierten Betriebspflicht und sozial verträglichen Preisen, Heime auf Mittel der Wohnbauförderung bei deren Errichtung zurückgreifen können. Außerdem sollten neue Studiengänge nur dann angeboten werden, wenn auch genügend Unterkünfte vor Ort vorhanden sind. Folglich soll die Errichtung neuer Studienzweige verpflichtend an die Rücksichtnahme der studentischen Wohnsituation gebunden sein. Zu guter Letzt muss auch die Suche im privaten Wohnungsmarkt unterstützt werden, um der aktuellen

Wohnproblematik entgegenzuwirken. Zum einen ist es wünschenswert, dass leerstehende Wohnungen erschlossen und bei Nicht-Vermietung höher besteuert werden. Zum anderen muss das Land unbedingt in die Förderung von „Co-Housing“-Modellen, den sogenannten Wohngemeinschaften, investieren. In diesem Sinne sollte auf eine Beihilfe zurückgegriffen werden können, wie sie es schon in Österreich gibt, nämlich die Mietzinsbeihilfe. Diese könnte jenen Studenten gewährleistet werden, die ihre Unterkunft in Bozen, Brixen oder Bruneck haben. Denn mit einem höheren Budget lässt sich auch leichter eine Wohnung finden.

Die Freiheitlichen:

Eine Direktmaßnahme kann der Bau weiterer Studentenheime sein. Das Hauptproblem ist der Mangel an Mietwohnungen am freien Mietmarkt, obwohl zigtausende Wohnungen leer stehen. Deshalb braucht es begleitende Maßnahmen, um das Vermieten attraktiver zu machen:

  1. a) GIS-Reduzierung bei Vermietung von Wohnungen. Derzeit macht die GIS auf „Zweitwohnungen“ durchschnittlich zwei Monatsmieten aus, die natürlich auf die Mieten aufgeschlagen werden.
  2. b) schnellere Räumungsverfahren. Wenn ein Räumungsverfahren zwei Jahre dauert, dann ist das damit einhergehende Mietverlustrisiko viel zu hoch. Es braucht mehr Gerichtsvollzieher und begleitende Maßnahmen für eine höhere Räumungsgeschwindigkeit.
  3. c) eine öffentliche Ausfallbürgschaft zum Schutz vor Mietnomaden: das Risiko von mutwilligen Zerstörungen und Mietausfällen muss für Vermieter kleiner werden. Vorbild kann etwa das Vorarlberger Leerstands-Projekt „Sicher Vermieten“ sein: https://www.vev.or.at/sicher-vermieten

BürgerUnion:

 Der wunde Punkt, der in diesem Zusammenhang angesprochen werden muss, lautet ganz klar: Die Mietpreise in ganz Südtirol sind zu hoch. Besonders die größeren Städte und Gemeinden sind hier vordergründig betroffen. Für einen Studierenden sind solche Mietpreise in horrenden Höhen kaum bis gar nicht Leistbar. Das Land muss hier eingreifen und zum einen die Mietpreise – auch bei Privatvermietern – drosseln. Damit ist ein Anfang zur Lösung der Wohnproblematik gemacht. Ein weiterer wichtiger Punkt, für den wir uns im Südtiroler Landtag stark machen, ist die Förderung neuer Wohnmodelle. Sei es das stärkere Fördern von WG`s, die bessere Unterstützung von Cohousing oder die finanzielle Förderung eines Mehrgenerationenhaushalt. Südtirol hat in diesem Bereich noch viel Luft nach oben.

 

Südtiroler Volkspartei:

Die Gestaltung einer angemessenen Wohnraumpolitik für Studierende kann aufgrund der Sprunghaftigkeit der Nachfrage nur dann erfolgen, wenn man laufend eine gute Kenntnis der Situation hat und es einen Angebot-Mix gibt. Dies bedeutet, dass man neben den bestehenden Heimplätzen zusätzlich auch Initiativen von privater Seite, welche sowohl den Bau als auch die Führung rein privat vorsehen, fördert.

 

 

 

Grüne Verdi  Verc

In Südtirols Städten, vorab in Bozen herrscht große Wohnungsnot. Die Preise sind sehr hoch, das Angebot dürftig. Viele Studierende verbringen die Anfangszeit ihres Studiums in Hostels. Die Politik muss hier Antworten liefern und das Thema Wohnen darf nicht der „unsichtbaren Hand des Marktes“ überlassen werden. Grundlegend sind Ausbau der studentischen Wohnheime samt weiteren Neubauten und Co-housing Projekten. Unter anderem fordern wir ein Eigenes “WG-Jugend-Angebot” bei Strom-Wasser und Gas Anbietern, mit einer Senkung der Registergebühren für WGs und eine Anpassung der Wohnbeihilfe an neue und innovative Wohnformen. Zudem kann man mit einer steuerlichen Entlastung für Vermieter, die an junge Menschen vermieten, für eine billigere Miete im Gegenzug sorgen.

Wir fordern eine Mietzins-Deckelung im privaten Wohnungsmarkt;die großzügig finanzierte Freie Universität Bozen (Landes-Beitrag ca. 60 mio. € jährlich) muss sich in den Mietmarkt einschalten und etwa über eine „Opera Universitaria“ in Trient Mieträume beschaffen und sollte nicht nur auf den Einsatz „des Landes“ hoffen. Es braucht eine großflächige Einführung des Landesgarantiefonds, dieser würde VermieterInnen anregen, ihre Wohneinheiten zu vermieten und wäre ein klares Vorgehen gegen Leerstand in Gebieten mit Wohnungsnot. Es ist skandalös, dass alleine in Bozen 4000 Wohneinheiten leer stehen während ebenso viele Menschen vergeblich nach einer leistbaren Unterkunft suchen. Leerstand muss stärker besteuert werden. Überdies könnte auch die lang versprochene Aufstockung der Sozialwohnungen den Wohnungsmarkt entlasten. Mehr dazu: https://www.verdi.bz.it/wp-content/uploads/2018/09/ProgrammA-VGV-2018_online.pdf

Die Antworten der Parteien und Listen wurden der Südtiroler HochschülerInnenschaft via E-Mail Ende September übermittelt und in dieser Weise, ohne Kürzungen und Korrekturen, hier veröffentlicht.  Die Inhalte entsprechen den Ansichten der Parteien und Listen und wurden von diesen nach Anfrage der sh.asus ausgearbeitet. Die Anordnung der Antworten entspricht der Reihenfolge der Parteien auf offiziellen Kundmachung (http://wahlen.provinz.bz.it/downloads/OffiziellesKadidatenplakat2018.pdf). Ziel des Beitrages ist es, Studierende über die Ansichten der wahlwerbenden Parteien und Listen zu studentischen Themen zu informieren. 

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